So weit östlich in Russland sind einige Sachen dann doch Anders. Man kann schon sagen, dass die Menschen hier nicht wirklich viel bzw. keine Erfahrung mit Tourismus haben und auch dem Ausländer eher abgeneigt sind. Auf der Strasse lachen, scheint auch verboten zu sein und man übt sich im Gegenzug in finstere Miene machen, wo sie für mich echte Weltmeister sind. Die Kommunikation ist schwer, denn selbst wenn Englisch Ansatzweise verstanden wird, bedeutet es noch nicht das die Kommunikation geklappt hat. Als Beispiel aus einen Restaurantbesuch: man bestellt mit Fingerzeig aus der Karte ein leckeres Gericht und wärend einen das Wasser im Mund zusammen läuft, in Gedanken an das warme Glück was gleich gut duftent vor einen steht und sämtliches Essen der Kollegen vor seinem da sind, beschleicht einen das ungute Gefühl, dass etwas mit der Bestellung dann doch nicht geklappt hat. Die Antwort auf die Nachfrage (mit Fingerzeig) bei der Kellnerrin, lautet dann auch ganz kurz und knapp "Njet!". Anscheinend waren die Nüsse aus, dann nimmt man halt den Fisch, der geht am schnellsten.
Wärend im Osten japanische Autos mit Rechtslenker gefahren werden, gibt es je mehr man Richtung Westen kommt, immer mehr Westautos. Der Trend geht aber im jeden Fall in Richtung gross bis riesig. SUVs und Geländewagen jeglicher Bauart, was bei den Strassenbedingungen auch Sinn macht und bei 50 Cent Spritpreis auch keinen wirklich weh tut. Dazwischen immer wieder echte Schrottkisten der Extraklasse, die dann meist lautstark an einen vorbei ziehen, um dann in einer gigantische Russwolke zu verschwinden.
Die Frauen hier sind gross und dünn und tragen immer Highheels, aber nicht diese möchtegern Dinger wie bei uns, unter 12cm geht da nix und dann aber über nicht asphaltierte Gehwege, elegant wie auf einem roten Teppich.
Richtig günstig ist es nicht, Restaurant haben ähnliche Preise wie bei uns. Das Einzige was wirklich günstig ist, sind Zigaretten und Bier, für umgerechnet 1 Euro. Das Essen ist gut bis sehr gut, wie auch bei uns kommt das aufs Restaurant an.
Überall laufen Hunde rum, es gibt aber eher keinen der sich einen wirklich hält. Die eher ängstlichen Hunde laufen dann in kleinen Rudeln rum, gerne an Bahnhöfen und sogar auf dem Rollfeld.
In einer Stadt gibt es eigentlich immer nur drei hübsche Gebäude, der Bahnhof, das Theater und die Kirche.
Die Strassen sind meist 6 Spurig und stark befahren, was ein stetigen Smog zur Folge hat. Es ist zwar alles grau und staubig, aber es liegt kein Müll, Kippen oder Blätter auf den Wegen, da es unglaublich viele Leute gibt die die Strassen kehren, wahrscheinlich eine Art ABM, denn Arbeit haben ist hier wichtig. Da gibt es den Mann der den ganzen Tag in einem kleinen Häuschen sitzt, nur um die Schranke für die Zufahrt zum Hotel auf und zu zu machen. Es gibt die Etagendamen im Hotel, welche beim verlassen gucken, was du aus der Minibar hattest. In einen 20qm Handyladen arbeiten 3 Berater und 2 Kassierer, aber nicht ein Einziger Kunde. Eine Schicht einer Empfangsdame geht über 24 Stunden, ohne dabei auf dem Tresen ein zu schlafen, vom Pagen gar nicht erst zu reden, denn der muss stehen.
Viel Geld wird aber nicht verdient, den das gemeine Volk geht nicht ins Restaurant, sonder kauft sich Eingemachtes oder Trockenfisch. Ich frag mich nur, wie und wer sich dan die Ticketpreise von bis zu 100,- Euro leisten kann, vieleicht ist das auch der Grund weshalb wir nicht nur vor ausverkauften Häusern spielen.